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Das kulturerbe hilft uns, die gegenwart zu verstehen

Im herzoglichen Archiv von Medinaceli (einer Stadt in Soria, Castilla y León) wird eine über drei Meter grosse Pergamentrolle aufbewahrt, welche die Stiftungsurkunde des Hospiz des Coll de Balaguer vom 8. November 1344 beinhaltet. Der Stifter war der Infant Pere (span. infante = Sohn des Königs), Sohn des Königpaares Jaume II und Blanca von Anjou. Daher stammt auch der heutige Name des Dorfes, wo das Hospiz steht: l’Hospitalet de l’Infant. Es handelt sich um ein einzigartiges Gebäude, das als Ort der Pflege und der Erholung, aber auch als Wehrburg erbaut wurde, und welches im Laufe der Zeit zum Wahrzeichen der Gemeinde und zu deren bekanntester Sehenswürdigkeit wurde.

Vom mittelalterlichen Hospiz führen uns die Bunker und Schützengräben des Coll de Balaguer in eine ganz andere Epoche. Auch 80 Jahre nach ihrer Erbauung zeugen sie heute noch unversehrt von der dramatischen Zeit des spanischen Bürgerkrieges. Bemerkenswert ist, dass sie gar nie verwendet wurden: sie wie wurden im Hinblick auf eine Schlacht erbaut, die jedoch nie stattfand. Es handelt sich dabei um ein komplettes Abwehrsystem, das aus Hunderten von Metern Schützengräben, einigen Bunkern, Munitionslagern und Truppenunterkünften bestand. Sie gehören zum System von Abwehrlinien aus dem Spanischen Bürgerkrieg, das Vicente Rojo, Generalstabschef des republikanischen Heeres, erbauen liess, um den Vorstoss der nationalen Truppen nach Katalonien abzuwehren. Dieses republikanische Befestigungssystem wurde zwar nie verwendet, aber es wäre in der Endphase des Krieges beinahe Schauplatz einer blutigen Auseinandersetzung geworden, da Francos Marine eine Truppenlandungsaktion an den Stränden von L’Hospitalet de l’Infant geplant hatte.

Das sind zwei prominente Beispiele des geschichtlichen und kulturellen Erbes, das es in L’Hospitalet de l’Infant y la Vall de Llors zu entdecken gibt. Diese Sehenswürdigkeiten kann man alleine erkunden oder mit einer Gruppenführung. Ebenso werden Führungen von Ca La Torre angeboten, dem bedeutendsten Gutshaus von Vandellòs aus dem 16. Jahrhundert, welches seinen Namen dem zugehörigen Wehrturm verdankt und als Teil des Nationalen Kulturerbes deklariert wurde (BCIN – Bien Cultural de Interés Nacional).

Diese Gegend bietet also einen einzigartigen Reichtum an kulturellen Schätzen, der an der Costa Dorada seinesgleichen sucht. Dieses kulturelle Erbe zu erkunden ist einerseits ein Genuss, andererseits hilft es uns, die Entwicklung unserer Gesellschaft vom Mittelalter bis in die Gegenwart besser zu verstehen.

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